Instabile Densfraktur

Fallstudie #4

Die hier vorgestellte Patientin erlitt vor ca. 40 Jahren ein Halswirbel-Schleudertrauma bei einem Verkehrsunfall. Seit dieser Zeit hat sie migräneartige Kopfschmerzen. Seit 1,5 Jahren bestehen zunehmende Einschränkungen der Halswirbelsäulenbeweglichkeit und Schmerzen im craniocervikalen Übergang. Seit Januar diesen Jahres besteht ausserdem ein Tinitus links, des Weiteren häufig Kribbelgefühl in der linken Hand.

Sagittale Aufnahmen im Sitzen: Neutralstellung, Inklination, Reklination


Coronare Aufnahme im Sitzen, Kopf neutral


Der Befund: 
Bei der Upright™-MRT des Kopfes zeigen sich Auffälligkeiten des Dens axis. Bei der Untersuchung der Halswirbelsäule, aufrecht unter der natürlichen Gewichtsbelastung, ist eine Spaltbildung im Axis an der Basis des Dens sichtbar. Durch die Funktionsaufnahmen im Upright™-MRT kann eine Verschieblichkeit des cranialen Dens-Anteils nachgewiesen werden. Die sagittale Aufnahme in Inklinationsstellung zeigt deutlich eine Ventralverlagerung des cranialen Densanteils. Retrodental ist in der sagittalen Aufnahme vermehrtes Weichteilgewebe und zusätzlich in der coronaren Darstellung eine Randwulstbildung am Atlantoaxialgelenk rechts nachweisbar. Insgesamt zeigt sich eine positionsabhängige, geringe spinale Enge auf Höhe HWK 1/2.

Die Diagnose: 
Alte, instabile Dens-Fraktur Typ II nach Anderson und d’Alonzo mit resultierender funktionsabhängiger, geringer Spinalkanalstenose.