Instabilität im cervicooccipitalen Übergang

Fallstudie #7

Das Upright-MRT Verfahren ermöglicht eine kernspintomographische Diagnostik aufrecht unter der natürlichen Gewichtsbelastung. Ebenso sind mit dem Upright™-MRT komplette Bewegungsstudien möglich. Die Wirbelsäule z.B. lässt sich neben der neutralen, aufrechten Position auch unter Inklination, in Reklination, in lateraler Beugung oder auch in Rotation untersuchen. Dadurch ist es möglich, Pathologien zu visualisieren, die mit konventionellen Liegendaufnahmen nicht dargestellt werden können.

Der hier vorgestellte Patient hat bis Juni 2006 niemals Probleme mit der Halswirbelsäule beschrieben. Dann sei es plötzlich zum Auftreten von Schwankschwindel gekommen, der etwa 10 Minuten angehalten hätte. Über Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule klagte der Patient nicht. Im Januar 2007 sei es nochmals zu einem Schwindelanfall gekommen. Seit dieser Zeit auch gelegentliche Klage über Kopfschmerzen.

Es erfolgte eine Funktionsuntersuchung der Halswirbelsäule mit besonderer Berücksichtigung des cervicooccipitalen Übergangs im Upright-MRT.

Sagittale Aufnahmen im Sitzen: Inklination, Reklination und Neutralstellung


Der Befund: 
Durch die Funktionsaufnahmen im Upright™-MRT wird eine stärkere Instabilität im Bereich des cervicooccipitalen Übergangs sichtbar mit einer umschriebenen zangenförmigen Einklemmung des Myelons in der Inklinationsposition.

Auffällig ist eine kongenitale Aplasie des Dens, der im Bereich der vorgesehenen Densspitze lediglich als kleiner Knochenkern ausgebildet ist (Os odontoideum). In der Inklinationsposition kommt es offensichtlich zu einer umschriebenen Verschiebung des Atlas gegenüber dem Foramen magnum nach vorn, welche die erhebliche Einengung des Spinalkanals in Höhe des oberen Dens bewirkt. In der Reklination wird die Verlagerung des Atlas gegenüber dem Epistropheus nach dorsal sichtbar, mit einer deutlichen Dekompression des Myelons. Im Bereich des oberen Dens, in Höhe des Ligamentum transversum, ist eine umschriebene Myelopathie nachweisbar.

Nebenbefundlich zeigen sich Bandscheibendegenerationen auf den Etagen HWK2/3 bis HWK5/6 mit flachen Diskusprotrusionen, die allerdings keine klinische Relevanz besitzen.