Lumbalsyndrom nach langstreckiger Spondylodese. Deutliche Metallartefakt-Reduktion im Upright-MRT

Fallstudie #18

Vorstellig ist eine 61-jährige Patientin mit einem postoperativ persistierendem Lumbalsyndrom bei Zustand nach langstreckiger Spondylodese von LWK2 bis LWK5 mit zusätzlichen Cage-Implantationen und rezidivierenden, deutlich belastungs- und positionsabhängigen Lumboischialgien mit rechtsseitiger Ausstrahlung insbesondere im Sitzen und im Stehen bei einer relativen Beschwerdefreiheit im Liegen.

Eine postoperative Liegend-MRT-Untersuchung in einem 1,5 Tesla-Tunnelsystem war infolge massiver Metallauslöschungsartefakte diagnostisch nicht verwertbar. 

Deshalb erfolgte eine gezielte Vorstellung zur Upright-MRT bei deutlich belastungs- und positionsabhängiger Beschwerdesymptomatik sowie infolge der deutlich reduzierten Metallartefaktbildung.






Diagnose:

Die durchgeführte kinetisch-positionale Upright-MRT Untersuchung gibt Aufschluß über die Ursache der Beschwerden und zeigt eine atypisch medialisierte Lage / DD: Fehllage der rechten Pedikelschraube in Höhe von LWK 3 mit möglicher Irritation der rechten Nervenwurzel L3. Ansonsten korrekte Lage des Osteosynthese-Materials bei deutlicher Lumbalskoliose.

In Höhe von LWK 4/5 zeigt sich ein paramedianer Bandscheibenprolaps mit akzentuierter Nachbarschaftsbeziehung zur rechten Nervenwurzel L4 und konsekutiver Irritationsmöglichkeit unter der natürlichen Gewichtsbelastung im Sitzen und im Stehen.

Anschlussdegeneration im Segment LWK 1/2 mit Ausbildung einer posterioren Instabilität bei nachweisbarer Gefügestörung an der posterioren Spinalkanalbegrenzung in Reklinationsstellung im Stehen und konsekutiv relativer funktionsabhängiger Spinalkanalstenose.

Durch die äusserst geringe Metallartefaktempfindlichkeit und den Funktionsaufnahmen unter der natürlichen Gewichtsbelastung im Upright-MRT konnte eine eindeutige Diagnose gestellt werden, die das Beschwerdebild der Patientin erklärt.